Glückliche Tage in Gazipasa

Liebe Frau Pickel, liebes THS-Team,


ein bisschen was zu lesen aus meiner Zeit im Mai in der Türkei!

Gerne können Sie alles veröffentlichen.


Viele Grüße

Sonja Neye

Wie gut kennen Sie die Türkei?


Gehören Sie auch zu den glücklichen die es sich leisten können in den Urlaub zu fliegen? In diese wunderschönen und mit Liebe zum Detail gebauten großen Hotelanlagen? Mit Marmor und kunstvoll geschnitzten Möbeln? Herrlich oder?


Wenn Sie jedoch nur ein paar Kilometer weiter ins Land fahren oder es sie mal anhand eines Ausfluges in die Berge zieht werden Sie diesen Luxus nicht finden. Viele Familien wohnen zusammen auf einem Raum der nur wenig mehr Platz hat als Ihr Hotelzimmer. Es gibt keine Duschen oder feste Sanitäranlagen, Fenster oder gar vernünftige Dächer am Haus. Man kocht mit Feuer weil eine Gasflasche zu teuer ist. Wenn wie so oft in der Türkei der Strom ausfällt, gibt es keinen Generator. Viele Familien sind mit Landwirtschaft selbstständig. Die Kinder müssen nach 2 bis 4 Jahren die Schule abbrechen und bei der Ernte helfen. Viele können dadurch nicht schreiben, lesen oder sich gar weiterbilden. Und so „steinzeitlich“ wie manche in diesem wunderschönen Land noch Leben, so ist auch die Einstellung zu den Tieren des Landes.


Kühe bringen Milch, Ziegen und Scharfe bringen Milch und Fleisch, Hühner legen Eier und Hunde? Ja Hunde gelten in der Türkei als unsauber, dreckig und gefährlich! Viele halten sich Kettenhunde da sie damit rechnen das die Tiere das Haus beschützen. Selbst trauen sie sich aber nicht an Ihre eigenen Tiere ran. Ketten die max 2 m lang sind. Es gibt keine Hütten für die Tiere, keine vernünftige Versorgung geschweige denn Auslauf. Viele der Straßenhunde halten sich in der Nähe der Hotels auf, um hier von Touristen ein wenig essen zu ergattern. Viele Hotelbetreiber ist dies ein Dorn im Auge und finden leider oft eigene Lösungen das Problem um die Vermehrung zu verhindern.


Ich habe mir doch tatsächlich mal erlaubt einen Straßenhund von lockerem Fell zu befreien und wurde geradezu angeprangert da die Haare schon eine Zumutung sind. Leider wird das Bild auch nicht besser der Tiere wenn sich keiner diesem Problem annimmt. Hier leistet die Tierhilfe Süden wunderbare Aufklärungsarbeit. Die nächste Generation muss und wird aufgeklärt, das Leid und der Überfluss der Straßentiere kann man nur durch Aufklärung und Kastration in den Griff bekommen. Wenn man bedenkt das eine Hündin ab ca 8 Monaten läufig werden kann und im Jahr bis zu 30 Welpen bekommen kann. Die THS versucht dieses Leid durch Kastrationen die jeden Freitag im Tierheim kostenlos angeboten werden einzudämmen. Die Stadt arbeitet hier mit den Tierheimen zusammen und fängt die Straßenhunde ein und bringt sie zur Kastration ins Tierheim, ein paar Tage später werden die Hunde wieder abgeholt und im besten Falle dort wieder ausgesetzt an den Stellen wo man die Tiere eingefangen hat. Dies ist der Beste Fall für die Tiere. Leider werden jedoch gerade zu Saisonbeginn viele Hunde immer noch gejagt, getötet, angefahren und dann liegen gelassen oder unnötig gequält. Die neue Generation ist offener für die Probleme, es gibt mittlerweile auch eine Schulpflicht für Kinder wo die alle Hoffnung von uns Tierschützern drinne steckt das das altertümliche Denken langsam verblasst. Doch es ist noch ein langer Weg.


Umso schöner sind die baulichen Veränderungen und Verbesserungen die jedes Mal durch Spenden von lieben Tierschützern in Deutschland oder Auswanderern vor Ort im Tierheim geleistet werden. Ich bin auch immer über die wahnsinnige Freundlichkeit der Tiere hellauf begeistert. So mancher Hund der hier schon mal ausgebüchst ist, ist freiwillig wieder zurückgekommen weil er hier gefüttert und versorgt wird. Sagt das nicht alles?

Straßenhund mit Kastrationsmarke im Ohr. Dieser und noch ein anderer Straßenhund leben vor einem Geschäft. Die Hunde und der Besitzer haben sich geeinigt (so kann es auch laufen) die Hunde passen auf das Geschäft auf, dafür duldet er die Tiere und versorgt sie täglich mit frischen Wasser und Essensresten. Die Tiere haben sich sichtlich auf den Besitzer gefreut!


Vorbildlich! Eimer mit Wasser angebunden am Baum! 


Die Hundefänger der Belediya (Gemeinde) bringen neue Tiere zur Kastration! Schrecklich war der Anblick von 2 Hunden die sichtlich die Beine gebrochen hatten. Hier wollte der Fahrer es wohl gut meinen und hat für den Transport die Beine geschient, dabei schnürte er jedoch gleichzeitig die Blutzufuhr ab! Die Beine konnten nur gerettet werden da die THS Mitarbeiter schnell reagierten und die Hunde zum Tierarzt brachte.

Insgesamt waren es 2 Hunde mit gebrochenen Beinen. Nach dem Röntgen und der Diagnose muss der Arzt die Kosten natürlich mit der Tierhilfe Süden absprechen, da sich leider außer die THS keine für solche Fälle verantwortlich fühlt! Die Tiere wurden glücklicherweise durch die THS operiert!!!


Notdürftig geflickt, komischerweise kamen die Hunde auch Betäubt beim Tierheim an! Keiner konnte erklären wie die Betäubung oder Verletzung zustande gekommen sind! 

Umso schöner ist es zu sehen das die Spenden die wir jedes Jahr mitbringen und in Futter umsetzten immer gebraucht werden und auch die Körbe die wir hier in Deutschland gespendet bekommen und mit in die Türkei nehmen sehr gut eingesetzt werden.

Mitbringsel / Spenden Mai 2015

Hundekörbe und Flugbox


Futterspenden für Welpen

Eins meiner liebsten Bilder in dem Tierheim Gazipasa.

Die Tiere können sich abkühlen da eine Art Pool gebaut wurde, im Winter ist das Wasser draußen und bietet eine Art Schlafplatz wo die Tiere sich aneinander kuscheln können. Es war so herrlich zu sehen wie sehr die Hunde spaß hatten und im Wasser getobt haben!

Kontakt

 

Tierhilfe Süden e.V.

Hofangerstr. 82

81735 München

 

Mo. bis Fr. von 9:30-14:00 Uhr

 

Tel.: +49 89 39 77 22

Fax: +49 89 59 99 17 75

E-Mail: post@tierhilfe-sueden.de

 

Sparda Bank München

IBAN: DE97 7009 0500 0002 6269 00

BIC: GENODEF1S04

 

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