Grausamer Aderlaß bei Pferden - Extremes Leiden für lukrative Geschäfte der Pharmaindustrie

Einem ausführlichen Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 29. September zufolge, die sich wiederum auf mit versteckter Kamera aufgenommene Filmszenen der Tierschutzorganisation "Animal Welfare Foundation" bezieht, müssen trächtige Stuten in Argentinien und Uruguay qualvoll leiden, damit die Pharmaindustrie riesige Geschäfte machen kann.

In dem Blut dieser Stuten befindet sich das Hormon PMSG (Pregnant Mare Serum Gonadotropin). Dieses Hormon wird bei der europäischen Ferkelproduktion eingesetzt. Ein Millionengeschäft, denn damit wird eine Steigerung der Ferkelgeburten erreicht. Obwohl die Branche wegen ihrer brutalen Entsorgungspraktiken bei Ferkelüberschüssen in der Kritik steht und obwohl der Einsatz dieses Hormons nach europäischem Tierschutzgesetz verboten ist, spielt sich dieses Elend auf den Pferdefarmen in Argentinien un Uruguay in einer Grauzone ab.

Die Blutabnahme bei den Pferden erfolgt über eine in den Hals gesetzte Nadel, wobei nicht zimperlich vorgegangen wird. Zehn Minuten lang läuft das Blut über einen Schlauch ab. Die heimlich aufgenommenen filme zeigen ein erschütterndes Szenario. Die nach der Blutabnahme völlig entkräfteten Tiere sind nicht mehr in der Lage zu gehen oder zu stehen. Sie brechen zusammen und sind oft sogar zu schwach, den Kopf zu heben. Statt sie zu schützen und ihnen zu helfen, werden sie misshandelt und getreten.

Über einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen wird den Stuten regelmäßig Blut abgenommen, meist zehn Liter pro Tier und Woche, manchmal auch mehr. Bei kleineren Pferden entspricht das etwa einem Viertel der gesamten Blutmenge. Das ist unverantwortlich. Fünf Liter unter Aufsicht eines Veterinärs wären laut fachmännischer Aussage vertretbar. Jeder Liter mehr ist gefährlich für die Tiere, sie werden stark geschwächt, leiden unter Blutarmut und sind traumatisiert, da sie mit Holzscheiten und Elektropeitschen geschlagen und in die Boxen getrieben werden. Die Vorgehensweise ist von einer erschreckenden Gleichgültigkeit und Brutalität.

Tierschützer beobachteten, das Fohlen systematisch abgetrieben werden, wenn sie nicht schon vorher durch die Schwächung des Muttertiers im Mutterleib absterben. Wenn Stuten diese Strapazen zwar überleben, aber nicht mehr trächtig werden, verhelfen auch sie noch zu einem schönen Gewinn, da sie an EU-zertifizierte Schlachthöfe verkauft werden.

Zu den bereits bekannten Skandalen in der Schweinezucht kommt nun auch noch dieser Aspekt hinzu. Eine Muttersau, die zweimal im Jahr etwa elf Ferkel wirft, wird durch das Stutenhormon angeregt, nach einem Wurf möglichst schnell erneut trächtig zu werden. damit lassen sich die Abläufe im Stall besser steuern, was die Arbeit erleichtert und Umsatz und Gewinn steigert. Die industrielle Schweinezucht ist wegen der qualvollen Haltung in riesigen Ställen mit winzigen Käfigen mit Metallgittern, ohne Stroh, dem Todschlagen schwächlicher Ferkel, dem Abschneiden von Schwanz und Hoden, dem Abschleifen der Eckzähne, alles ohne Betäubung in Verruf geraten. Petitionen der Tierschützer verhallen ungehört. Die den Tieren verabreichten Antibiotika schaden auch den Menschen, nicht zuletzt durch die Zunahme antibiotikaresistenter Keime, die oft lebensbedrohlich sind.

Dies alles wurde vielfach in den Medien bekannt gemacht. Trotzdem vergeht den Menschen offenbar nicht der Appetit auf Schweinebraten. Wobei in diesem Fall wenigstens nicht in die Kühltruhe von Supermärkten gegriffen werden sollte. Zwar ist das Fleisch von Biometzgern etwas teurer, aber man könnte öfter mal darauf verzichten und durchaus schmackhaftes fleischlos kochen, so dass der preisliche Unterschied nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Wir sind empört, dass sich niemand verantwortlich fühlt. Die EU-Kommission fühlt sich nicht zuständig. Man verweist auf die Weltorganisation für Tiergesundheit, ein Organ der vereinten Nationen. Bei dieser liegen angeblich keine Informationen vor. Man erfährt nur wieder einmal, wie ohnmächtig man ist, wenn es um Pharmakonzerne geht, wie zum Beispiel die US.Firma Merck. Wir können aber als Verbraucher verantwortungsvoll handeln.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

 

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/handel-grausamer-bluttransfer-1.2668283

http://animal-welfare-foundation.org/