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Süsse Findi wünscht sich ein Sofaplätzchen

Hallo, ich bin Findi, ich wurde als ganz junger Hund gefunden (daher mein Name) und ins Tierheim Demirtas gebracht. Nun bin ich  ca. 3 Jahre alt. Leider stimmt etwas mit meinen Hinterbeinen nicht. Wäre ich ein Mädchen, dann würde man sicherlich sagen, schau mal die hat ja X-Beine. Ob diese Fehlstellung vielleicht auf eine Staupeerkrankung zurückzuführen ist ? Auf jeden Fall bin ich eine sehr liebe, aufgeschlossene Hündin und würde mir nichts sehnlicher wünschen als ein Zuhause.

Sorgenkind Paula

Liebe Hunde-Interessenten,

an uns werden immer wieder Fragen gestellt, ob unsere Hunde stubenrein sind, ob sie Grundkommandos kennen, Autofahren vertragen, an der Leine gehen, ob sie alleine bleiben können oder vielleicht ein ausgeprägter Jagdtrieb erkennbar ist. Zu den  meisten Fragen können wir keine befriedigende Antwort geben.
Die Hunde, die im Tierheim auf ein neues Zuhause warten, haben fast alle vorher auf der Straße gelebt, wenn sie nicht als Welpen zu uns kamen oder sogar im Tierheim geboren wurden. Um für die Situation der Hunde aus dem Ausland Verständnis zu entwickeln und zu wissen, was von ihnen zu erwarten ist und was nicht, ist es wichtig, ihre Lebensbedingungen zu kennen.

Niemand hat sich je mit ihnen beschäftigt oder gar mit ihnen trainiert. Zwar haben einige Hunde das Familienleben kennenlernen dürfen, aber aus unterschiedlichen Gründen wurden sie ausgesetzt oder, wenn sie Glück hatten, in einem Tierheim abgegeben. Die Bindung zwischen Mensch und Hund ist im Ausland nicht so eng wie bei uns in Deutschland, man entledigt sich eines Tieres, das man nicht mehr haben will, einfach durch aussetzen.


Es darf daher nicht verwundern, dass manche Hunde ein Leben in Haus oder Wohnung nicht kennen. Sie sind in der Regel nicht stubenrein und können auch nicht an der Leine gehen, sie kennen keine Kommandos und viele noch nicht mal ihren Namen – es spricht sie nämlich keiner an. Auch

im Tierheim im Freigehege ist Stubenreinheit nicht erlernbar.


Wenn sie nach Deutschland kommen, müssen viele erst begreifen, dass wirklich sie gemeint sind, wenn man sie anspricht. An der Leine laufen, Treppen steigen, im Haus schlafen, Auto fahren, Stadt, Verkehr, in der Wohnung alleine bleiben, über Parkett oder andere rutschige Flächen zu laufen usw. ist für diese Hunde in der Regel neu.  Auch Kommandos wie "Sitz" und "Komm" verstehen sie zunächst nicht.
Allerdings sind die ausgewachsenen Tiere sehr anpassungsbereit sind

und bemüht, alles richtig zu machen. Geht man mit etwas Geduld und Sachverstand an das Problem heran, lernen sie all diese Dinge in kürzester Zeit. Man darf nur nicht zuviel auf einmal erwarten. Verständnis und Geduld sind hier das A und O. Viele Leute sind verwundert, wie schnell die Tierheimhunde das Neue auffassen und  stubenrein werden – solange wir Menschen auch die Signale der Hunde richtig zu lesen vermögen und konsequent ab dem ersten Tag des Zusammenlebens dem Hund beibringen, wo er seine "Geschäfte" zu verrichten hat. Dies klappt mit Sicherheit nicht immer in den ersten beiden Tagen aber doch in relativ kurzer Zeit.


Zum Thema Ängstlichkeit


Einige Hunde  haben leider auch schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht. Ihnen sind vor allem Männer anfangs suspekt, das hat Gründe.  Ihre Unsicherheit zeigen Hunde auf die verschiedenste Art: Unterwerfung (auf den Rücken schmeißen, platt auf dem Bauch liegen), Flucht (nicht aus der Transportbox kommen wollen, hinter dem Sofa verstecken), Reaktanz (knurren, wenn sie sich bedroht fühlen, Zähne zeigen…).
All diese Verhaltensweisen sind völlig normal und nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass einige Hund längere Zeit keinen engen Kontakt zu Menschen hatten und nicht wissen können, dass dieser neue Mensch es nur gut mit ihnen meint. Niemand hat dem Hund erklärt, dass er nun “gerettet” und in Sicherheit ist. Er muss es selber erfahren und Vertrauen fassen. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Hund anfangs nicht zu bedrängen, sondern ihn erst mal zur Ruhe kommen zu lassen, bis er es wagt, sich

zu nähern.
Das klingt nun vielleicht erst einmal abschreckend, deshalb möchten wir doch noch darauf hinweisen, dass die meisten Hunde von vornherein sehr offen und freundlich sind, bei den anderen legt sich die anfängliche Schüchternheit in den ersten Tagen! Und Hunde sind sehr soziale Tiere,

die es den Menschen recht leicht machen von Beginn an eine freundschaft- liche Bindung einzugehen – unserer Erfahrung nach vergessen sie schnell ihre schlechten Erfahrungen der Vergangenheit, sind der neuen Familie gegenüber sehr aufgeschlossen und bald zugeneigt. Oft konnten es "Adoptiveltern" kaum glauben, dass ihr neuer Gefährte, nachdem er

alles inspiziert hatte, sich beruhigt auf dem Sofa niederließ mit einer Miene, die deutlich ausdrückte: "alles meins".


Katzenverträglichkeit


Über die Katzenverträglichkeit der Hunde können wir kaum zutreffende Aussagen machen machen. In unseren Tierheime leben keine Katzen.

Doch auch hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass in der eigenen Familie oftmals eine Katze aktzeptiert wird, selbst wenn draußen fremde, der Familie nicht angehörende Katzen gejagt werden. Vergessen Sie aber nicht: auch eine Katze muß den Hund aktzeptieren (wollen) und nicht jede Katze ist begeistert, plötzlich einen Hund als Lebenspartner vor die Nase gesetzt zu bekommen!
Wir haben wirklich schon viele Hunde zu Katzen vermittelt und mit entsprechender Geduld der Besitzer ist fast jeder Hund katzenverträglich geworden. Leider haben wir aber auch schon Fälle erlebt, in denen der Hund nach zwei Tagen wieder weg gegeben wurde, weil es “immer noch nicht” klappte. Das ist unmöglich und zeugt von wenig Verständnis für die Hunde, die ja aus einem komplett anderen Kontext kommen. Wie bei allen anderen Problemen sind Verständnis, Sachkunde und Geduld hier unabdingbar, dann klappt es auch mit Hund und Katze.


Auf Pflegestellen:


Wenn Sie, lieber Hundeinteressent, sich aus verschiedenen Gründen nicht auf so viele Unsicherheiten einlassen können, ist das kein Hindernis für eine Adoption. Wir haben auch einige Hunden auf Pflegestellen, über die in der Regel genauer Auskunft gegeben werden kann. Diese Hunde laufen meistens schon an der Leine, sind stubenrein und kennen das Leben als Familienhund. Vielleicht ist Ihr Kandidat bereits in Deutschland?

 

Ein Hund kommt ins Haus

Auch wenn Sie schon über Hundeerfahrung verfügen und vieles über Hunde wissen, möchten wir Ihnen hier einige Ratschläge geben, damit die Eingewöhnungszeit für Sie und Ihren Hund möglichst reibungslos verläuft.

Ein sehr wichtiger Punkt: Lassen Sie ihm Zeit und muten Sie ihm in den ersten Wochen nicht zu viel zu. Bedenken Sie, dass die meisten der Hunde aus dem Tierschutz viel Stress hinter sich haben und zum Teil schlechte Erfahrungen mit Menschen machen mußten. Konkret heißt das für Sie, dass Sie den Hund nicht gleich der gesamten Familie, den Freunden usw. vorführen sollten. Bringen Sie ihn in sein neues Zuhause und lassen Sie ihn es erkunden. Gehen Sie ihren normalen Beschäftigungen nach, der Hund soll Sie dabei beobachten und nicht umgekehrt. Ihre Ruhe überträgt sich auf den Hund, Ihre Nervosität spürt er leider auch sofort.

Die ersten 4-12 Wochen sollten Sie den Hund nicht von der Leine lassen, auch wenn er schon sehr anhänglich wirkt. Nie sollten Sie ihn in der Nähe von Straßen loslassen. Ihr Garten sollte ausbruchsicher sein. Einige Hunde haben anfangs den Drang wegzulaufen. Die Ursache kann Scheu vor den Menschen sein oder auch Spaß einfach herumzurennen und die Gegend zu erkunden, was einige Hunde ja in ihrer Vergangenheit nie konnten.

Ein wichtiger Punkt ist der Ort des Ruheplatzes. Er sollte nicht im Flur sein, sondern in einer ruhigen Ecke der Wohnung, wohin der Hund sich jederzeit zurückziehen kann. In der Regel sucht sich Ihr Hund aber seinen eigenen Rückzugplatz, der nicht unbedingt mit dem identisch ist, den sie als Mensch für ihn vorgesehen haben.

Kleine Kinder sollten nicht in die Nähe des Körbchens gehen, wenn der Hund sich dort aufhält. Auch beim Fressen sollten Sie Ihren Hund völlig in Ruhe lassen. Ein Hund könnte sich z. B. bedroht fühlen, wenn man in die Nähe des Fressnapfes kommt.

Wir hoffen, Ihnen und Ihrem Hund mit diesen Tipps die Eingewöhnungszeit zu erleichtern und wünschen Ihnen, dass Sie ein langes Hundeleben lang viel Spaß mit Ihrem Liebling haben.

 

Kontakt

Tierhilfe Süden e.V.

Hofangerstr. 82

81735 München

 

Mo. bis Fr. von 9:30-14:00 Uhr

 

Tel.: +49 89 39 77 22

Fax: +49 89 59 99 17 75

E-Mail: post@tierhilfe-sueden.de

 

Sparda Bank München

IBAN: DE97 7009 0500 0002 6269 00

BIC: GENODEF1S04

 

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