Trikala

 Kostas Pappas in Trikala - ein Bericht unseres Mitglieds Naja Ammansberger

 Auf dem griechischen Festland, drei Stunden von Thessaloniki entfernt, liegt das Tierheim von Kostas Pappas. Dort kümmert er sich mithilfe von Tierärztin Evgenia um derzeit 220 Hunde und 70 Katzen. Auch zwei Esel, ein Pferd und ein Hängebauchschwein bekommen in Kostas Tierheim Gnadenbrot.

Doch wie kam Ziegenfarmer Kostas zu all den Tieren?

Es begann 2006, als Kostas neben der Arbeit mit seiner Ziegenherde zusätzlich in einem staatlichen Tierheim tätig war. Die griechische Regierung schloss das Tierheim aufgrund der sich anbahnenden Staatsschuldenkrise. Für die dort lebenden Hunde gab es keinerlei Zukunft. Kostas konnte sich mit dem Gedanken nicht abfinden und nahm alle Hunde bei sich auf. Auf dem Gelände seiner Ziegenfarm konstruierte er nach und nach Areale, in denen er die Hunde unterbrachte. Er pflanzte schattenspendende Bäume, baute Hütten und errichtete um seinen Ziegenstall herum ein Freigehege nach dem anderen. Zwei Jahre später traf er Tierärztin Evgenia Gourzioti, die sich bis heute um die medizinische Behandlung der Tierheimbewohner kümmert und die Kastrationen durchführt.

Tierhilfe Süden unterstützt Kostas finanziell und ermöglicht die so unerlässlichen Kastrationen. Nachwuchs im Tierheim auszuschließen hat oberste Priorität. Sind alle Tierheimbewohner kastriert, dürfen sie in miteinander harmonisierenden Gruppen zusammenleben.

Zuwachs bekommt Kostas trotzdem:

Er nimmt immer wieder ausgesetzte, hungrige Hunde und Katzen von der Straße auf. Mit der fortlaufenden Finanzkrise nimmt die Zahl der ausgesetzte Haustiere leider kein Ende.

Zudem treten seit einiger Zeit gehäuft Fälle mit Giftködern auf. Kostas und Evgenia konnten diesen Sommer drei Hunde retten, die Kostas mit Vergiftungssymptomen zufällig auf der Straße aufgefallen waren.

Im Jahr 2017 wurden etwa 30 Welpen in das Tierheim gebracht, die größtenteils in Nacht- und Nebelaktionen dort ausgesetzt wurden. Welpen kommen Kostas aufgrund der zwingend benötigten Impfungen besonders teuer. Zum Glück konnte er einige von ihnen schon vermitteln.

Täglich stellt sich Kostas vielen verschiedene Herausforderungen. Der strenge, schneereiche Winter 2016/17 machte ihm sehr zu schaffen. Es herrschte eine Kälteperiode in Trikala wie seit 20 Jahren nicht mehr. Manchmal gibt es auch Schwierigkeiten  ausreichend Futter aufzutreiben. Dann bekommt er Lebensmittelüberreste der örtlichen Militärakademie. Desweiteren sind, durch Zecken und Mücken übertragene Mittelmeerkrankheiten, wie Erlichiose, Leishmaniose und Herzwürmer ein konstantes Problem. Die Diagnose, Behandlung und Versorgung mit Medikamenten sind zeitaufwändig und kostspielig.

Bei den Katzen hat sich die Situation im Vergleich zu den letzten Jahren etwas verbessert. Es gab weniger Vermehrung und der Gesundheitszustand von Kostas` Schützlingen ist insgesamt besser. Kürzlich konnte er ein neues Katzengehege bauen.

Die Tiere in diesem guten Zustand vorzufinden erfordert neben dringend benötigter, finanzieller Hilfe viel Arbeitseinsatz und Hingabe. Kostas hat es sich zu seiner Lebensaufgabe gemacht, sich unermüdlich um seine vielen Schützlinge zu kümmern.

 

Das Tierheim Paliopirgos in der Nähe von Trikala bei Thessaloniki sollte nach dem Tod des ehe- maligen Tierheimleiters unter Missachtung der auch in Griechenland geltenden Tierschutzgesetze geschlossen und alle [damals] 200 Hunde getötet werden.

Für Herrn Kostas Papas wäre diese Maßnahme unerträglich gewesen, deshalb begann er, völlig auf sich gestellt und so gut es ging, sich um diese Straßenhunde zu kümmern und das Tierheim weiterzuführen. Dadurch rettete er die Hunde auch vor einem drohenden grausamen Sterben durch Gift, denn auf diese Weise entledigt man sich in Griechenland gerne des Problems der Straßenhunde.

Die Gemeinde fühlt sich für die Tiere in keiner Weise verantwortlich. Sie beteiligt sich weder an Futter-, Strom- noch Wasserkosten.

Wie wir schon berichteten, erbettelt sich Kostas das Futter für seine Schützlinge in nahegelegenen Kasernen und Märkten zusammen, die ihm Essensreste überlassen. Es fehlt aber natürlich an allem, was die Hunde dringend benötigen, auch Medikamente gegen Leishmaniose und Filaria (Herzwurm).

Deshalb unterstützt die TIERHILFE SÜDEN e.V. diesen tapferen Einzelkämpfer weiterhin mit finanziellen Zuwendungen.

Ein wichtiges Anliegen ist uns auch die weitere Prophylaxe gegen die tödliche Krankheit Filaria-Herzwurm unter der in Griechenland sehr viele Hunde leiden. Die Larven der Herzwürmer werden durch Stechmücken übertragen. Von der Haut wandern die Larven in die Muskulatur, dringen in die Blutbahn ein und gelangen auf diesem Weg bis in das Herz. Die erwachsenen Würmer leben dann in den Blutgefäßen und verstopfen diese. Die ersten Krankheitsanzeichen treten erst 5 Monaten nach der Ansteckung auf. Es kommt zu Einschränkungen der Herzfunktion, Atemnot und chronischem Husten. Die Behandlung mit einem speziellen Entwurmungsmittel kostest 30 EUR pro Tier – mit diesem Betrag ist der Hund ein Jahr lang gegen den heimtückischen Herzwurm geschützt.

Bitte helfen Sie, liebe Tierfreunde, dass die Versorgung der Tiere durch Herrn Papas weiterhin gewährleistet werden kann.

 

Auch Sachspenden sind willkommen – Frau Bouzouris, unsere engagierte Tierfreundin in München organisiert Spendentransporte nach Griechenland.

 

Über die TIERHILFE SÜDEN können Sie Frau Bouzouris kontaktieren, wenn Sie mit Kostas Papas in Verbindung treten möchten.


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