🇹🇷 Reisebericht Türkei – Oktober 2025

Ein Blick hinter die Kulissen unserer Arbeit vor Ort 

Unser Vorstand, Petra Gilgert und Christl Marino haben unsere Projekte in der Türkei besucht und wichtige Gespräche mit Behörden und Tierärzten zu führen. Die Eindrücke dieser Reise zeigen: Unser Engagement wirkt – doch die Herausforderungen bleiben groß.

 

Gleich zu Beginn stand der Besuch unserer Krankenstation und des Tierheims in Gazipasa auf dem Programm.

In der Krankenstation finden rund 20 Hunde behütet und beschützt Unterschlupf. Hier werden verletzte oder kranke Tiere mit viel Liebe aufgepäppelt, bis sie wieder gesund sind und in unser Tierheim umziehen können.

Im Anschluss ging es weiter ins Tierheim Gazipasa, auf das wir besonders stolz sind – unser echtes Vorzeigeprojekt. Die Hunde wirken ausgeglichen, viele sind bestens sozialisiert, und die Anlage ist sauber, hell und freundlich. Das verdanken wir unserer Tierheimleiterin Barbara und ihrem engagierten Team, die täglich alles geben, damit es den Hunden an nichts fehlt – selbst wenn, wie zuletzt, auf einen Schlag acht neue Junghunde von der Stadt gebracht werden und spontan umorganisiert werden muss. 

Ein weiterer wichtiger Termin führte Petra und Christl in die neue Veterinärklinik der Stadt, wo sie sich gemeinsam mit dem Stadtveterinär ein Bild von den geplanten Strukturen machten.

 

Anschließend stand der Besuch im städtischen Tierheim Demirtas auf dem Programm. Dort hat sich seit dem letzten Aufenthalt im Frühjahr viel getan: Zwei neue Tierärzte unterstützen das Team, die Gehege wurden verbessert, und vor allem die Arbeit mit den Katzen hat große Fortschritte gemacht. Nur noch kranke oder verletzte Tiere sowie Kitten bleiben im Tierheim, während kastrierte Katzen nach der Genesung an sichere Plätze zurückkehren oder liebevolle Pflegestellen finden.

 

Einige besonders schwache Kitten durften wir direkt mitnehmen, um sie medizinisch zu versorgen und aufzupäppeln. Sie sind jetzt in tierärztlicher Betreuung und werden mit allem versorgt, was sie brauchen, um zu Kräften zu kommen. Sobald sie stabil sind, werden wir ihnen passende Plätze suchen.

Bei einem Treffen mit dem Bürgermeister von Gazipasa ging es um das neue, ab 2026 geplante Tierschutzgesetz, das private Tierheime verbieten würde. Wir hoffen sehr, dass es Ausnahmeregelungen geben wird – denn unser Tierheim leistet einen unschätzbaren Beitrag für die Stadt und die Tiere. Der Bürgermeister zeigte sich offen und anerkennend gegenüber unserer Arbeit – ein Erfolg, der auf vielen Jahren verlässlicher Zusammenarbeit beruht.

 

Auch in Alanya fanden Gespräche mit dem stellvertretenden Bürgermeister und dem Stadtveterinär statt. Beide signalisierten Unterstützung, damit wir unsere wertvolle Arbeit fortsetzen können. Es tut gut zu wissen, dass auf kommunaler Ebene zunehmend Verständnis für nachhaltigen Tierschutz wächst.

Ein besonderes Erlebnis war das Kennenlernen von Kerim, einem jungen Mann, der hoch oben in den Bergen Straßenhunde versorgt. Dort kämpfen rund 20 scheue Hunde ums Überleben, zwei Hündinnen mit Welpen mitten am Straßenrand. Wir haben beschlossen, Kerim aktiv zu unterstützen und gemeinsam mit unserem Tierarzt die Tiere nach und nach einzufangen und zu kastrieren. Dieses Projekt liegt uns besonders am Herzen – hier zählt jeder Euro, um unnötiges Leid zu verhindern.

Ein trauriges Kapitel bleibt der sogenannte Kittenpark am Kleopatrastrand. Was als vermeintlich „niedliche“ Einrichtung gilt, ist in Wahrheit ein Ort des Todes: Dort grassiert die hoch ansteckende Katzenseuche, die kaum ein Tier überlebt. Trotz mehrfacher Interventionen und dem Einsatz unserer Tierärzte konnte die Schließung bislang nicht durchgesetzt werden – Widerstand kommt ausgerechnet von selbsternannten Tierschützern. Wir kämpfen weiter für das Ende dieser Einrichtungen und setzen alles daran, durch kostenlose Kastrationsangebote das Leid zu beenden, bevor es entsteht. Dieses Mal haben wir insgesamt 7 Kätzchen von dort mitgenommen und versucht zu retten - einige haben es nicht geschafft, manche kämpfen noch um ihr Leben - ob sie es schaffen werden ist noch unklar. Nachtrag: Keines der 7 Kätzchen hat den Kampf gewonnen, wir sind alle sehr traurig und betroffen.

 

Nach intensiven Tagen voller Eindrücke, Gespräche und Entscheidungen kehrten Petra und Christl mit Hoffnung, aber auch Sorge zurück. Hoffnung, weil überall kleine Fortschritte sichtbar sind. Sorge, weil die politischen Veränderungen ab 2026 vieles infrage stellen könnten.

 

Doch eines bleibt sicher: Wir geben nicht auf.
Wir werden weiter kastrieren, aufklären, helfen – und für die Tiere da sein, die keine Stimme haben.

 

🙏 Bitte unterstützen Sie uns dabei – jede Spende hilft, unsere Projekte vor Ort fortzuführen und Leben zu retten.