Streunerhilfe Kalabrien
Kalabrien – ein gefährlicher Ort für Straßentiere
Kalabrien gehört zu den Regionen Italiens, in denen Straßentiere kaum Schutz erfahren. Hunde und Katzen sind hier oft zwar geduldet – praktisch jedoch sich selbst überlassen. Viele Gemeinden verfügen über keine ausreichenden Strukturen zur Versorgung, medizinische Hilfe ist selten vorgesehen, Kastrationsprogramme sind begrenzt oder nicht vorhanden.
Wer hier geboren wird und auf der Straße landet, lebt in ständiger Gefahr: Hunger, Krankheiten, Misshandlungen, Vergiftungen und Autounfälle gehören zum Alltag. Viele Tiere sterben, ohne dass je jemand ihren Namen kannte.
Genau hier setzt die Streunerhilfe Kalabrien an – dort, wo sonst niemand mehr hinsieht.
Streunerhilfe Kalabrien – Ein Leben für die Vergessenen
Manche Wege beginnen früh, noch bevor ein Mensch versteht, was Mitgefühl wirklich bedeutet. So war es auch bei Tina, die heute hinter der Streunerhilfe Kalabrien steht. Als Kind von nur sechs Jahren teilte sie jeden Morgen ihr frisches Brot mit den abgemagerten Straßenhunden auf dem Weg zum Bäcker. Die Menschen lachten, verspotteten sie – doch das, was für andere nur „Streuner“ waren, waren für sie schon damals fühlende Lebewesen, die Hunger und Angst kannten.
Schon in diesem Moment begann ein Lebensweg, der von Mitgefühl, Schmerz – und unermüdlichem Einsatz geprägt sein sollte.
Der Hund, der alles veränderte
Viele Jahre später traf Tina auf einen Hund, der aus Mitgefühl Entschlossenheit machte. Ein junger, großer Straßenhund – sein Fell von Natur aus weiß, doch von Dreck völlig schwarz verfärbt. Er lebte auf einer illegalen Müllhalde, zwischen verendeten Tieren, Abfällen und Gestank, Tag für Tag auf der Suche nach Futter.
Mehr als drei Jahre lang fand Tina ihn immer wieder an derselben Stelle. Verwundet, abgemagert, gezeichnet von Gewalt und Krankheit – und doch lebend. Sein stilles Ausharren wurde zum Sinnbild all jener Tiere, die im Verborgenen leiden, weil niemand hinsieht.
Dieser Hund veränderte alles. Er machte aus Tinas stillem Schmerz einen klaren Entschluss: Nicht mehr wegschauen. Kämpfen. Retten. Leben verändern.
Heute: Streunerhilfe Kalabrien
Aus dieser Erfahrung entstand die Streunerhilfe Kalabrien – ein Projekt, das sich der Rettung, Versorgung und Kastration von Straßenhunden und -katzen in Kalabrien widmet.
Mit enormem persönlichem Einsatz wurden bislang unzählige Tiere medizinisch versorgt, kastriert und in Sicherheit gebracht. Ein kleiner, privat finanzierter Zufluchtsort bietet geretteten Tieren einen ersten sicheren Platz, bis sie geimpft, vorbereitet und – mit etwas Glück – für die Ausreise vorgemerkt werden können.
Trotz strenger Regionalvorgaben, die die Aufnahme von Straßentieren stark einschränken, wird täglich um jedes einzelne Leben gekämpft. Jeder gerettete Hund, jedes kastrierte Tier, jeder vermittelte Vierbeiner ist ein kleiner Sieg gegen Gleichgültigkeit und Leid.
Die Tierhilfe Süden e.V. steht seit Januar 2025 an der Seite dieses Projektes und unterstützt die Streunerhilfe Kalabrien mit einem festen monatlichen Budget, das Futter, medizinische Versorgung und Kastrationen ermöglicht.
Außerdem unterstützen wir Tina auch bei der Suche nach der passenden Familie für ihre geretteten Hunde. Auf unserer Vermittlungsseite stellen wir einige Hunde aus Kalabrien vor, die aktuell auf ihre Chance warten – auf ein Leben in Sicherheit und Liebe.
Tierhilfe Süden e.V. Deutschland
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